WENIGER ERWARTUNGEN, MEHR ZUFRIEDENHEIT.

ErwartungenJeder kennt sie, jeder hat sie. Erwartungen. An Dich selbst und an andere. Aber nicht immer tun sie Dir gut. Denn zu hohe Erwartungen lassen Dich oft enttäuscht zurück. Natürlich sind Erwartungen nicht per se schlecht, aber es lohnt sich, sie von Zeit zu Zeit überprüfen und zu schauen, ob sie tatsächlich gerechtfertigt sind und, ob sie gut tun.

ERWARTUNGEN AN ANDERE

Kennst Du das auch? Du erwartest, dass Dir jemand dankbar sein oder etwas für Dich tun sollte, weil es doch eigentlich selbstverständlich wäre – denkst Du jedenfalls… Dummerweise erfüllen andere selten die eigenen Erwartungen. Das frustriert und führt dazu, dass wir andere kritisieren und uns nicht genügend wertgeschätzt fühlen. Unterm Strich tut es uns nicht gut, macht uns nicht zufriedener und verbessert erst recht nicht unsere Beziehung. Eine gute Frage, um Deine Erwartungen auf die Probe zu stellen, ist: Dich zu fragen, ob Dir diese Erwartung gut tut und, was es Dir bringt an ihr festzuhalten. Denn das ist es doch was zählt – eine Erwartung, die Dich stresst und Dich unzufrieden macht, könntest Du einfach auf die Probe stellen. Ist sie Dir wirklich so wichtig? Lohnt es sich an ihr festzuhalten? Was für ein Mensch wärst Du, wenn Du diese Erwartung nicht mehr hättest? Vielleicht viel entspannter und zufriedener.

ERWARTUNGEN AN DICH

Hast Du manchmal das Gefühl, nichts richtig auf die Reihe zu bekommen? Irgendwie könnte doch immer irgendwie mehr gehen, oder? Mehr Einsatz, mehr Leistung, immer auf der Jagd danach, Dir selbst zu genügen. Dabei rennst Du einem Ideal nach, das unerreichbar ist. Deinem Bild der perfekten Frau oder der perfekten Mutter. Wohin führt dieses Denken? Tut es Dir gut, motiviert es Dich, gibt es Dir Kraft? Oder erhöht es nur stetig den Druck und raubt Dir Kraft? Wie wäre es, mit diesem Denken einfach Schluss zu machen? Mach Dir ein realistisches Bild von dem, was Du täglich schaffst. Denn Du schaffst eine ganze Menge:

  • Du bist mit viel Liebe für Deine Kinder da.
  • hältst den Alltag am Laufen
  • gehst vielleicht auch arbeiten und gibst dort Dein Bestes
  • hast ein offenes Ohr für Deine Freunde
  • stehst nachts auf, wenn Dein Kind schlecht träumt
  • und, und, und…

Lehn Dich mal einen Moment zurück und überlege, was Du alles schaffst. Es ist wirklich viel und es wird Dir gut tun, es Dir immer mal wieder bewusst zu machen. Wie wäre es, damit zufrieden zu sein und nicht an Dir rumzumäkeln. Deine Erwartungen ernsthaft zu überdenken und einfach mal einige von ihnen ersatzlos zu streichen, wäre ein Anfang. Die Wohnung sieht aus wie bei Hempels unterm Sofa? Na und, so ist das halt in einer Familie mit Kindern. Niemand nimmt einen Schaden davon und vom Boden essen, muss schließlich auch keiner. Du musst weder alles können, noch alles mit unglaublicher Begeisterung tun, noch alles tun, worum andere Dich bitten.

DIE ERWARTUNGEN DER ANDEREN UND WIE DU MIT IHNEN UMGEHST.

Jeder kennt das. Die beste Freundin möchte Dich endlich mal wiedersehen, auch Deine Arbeitskollegin hat bereits mehrmals vorgeschlagen, mal etwas gemeinsam zu unternehmen, Dein Kind jammert seit Tagen, dass es unbedingt schwimmen gehen möchte, Dein Vater wartet schon lange auf das Fotoalbum, dass Du ihm versprochen hast und Deine Schwester möchte gern mit Dir den Kinogutschein einlösen, den Du ihr geschenkt hast. Dein Partner möchte, dass Du am Abend öfter ein offenes Ohr für ihn hast und die Erzieherin hat Dich um Unterstützung beim nächsten Kitafest gebeten. Puh, was für ein Druck, es allen recht machen zu wollen und gleichzeitig absolut verständlich. Denn häufig denken wir, dass wir nur von anderen geschätzt werden, wenn wir ihre Erwartungen erfüllen. Wenn wir zu allem ja sagen und möglichst jede Bitte mit einem Lächeln auf den Lippen zu erfüllen. Aber wohin führt das?

TO DOS STREICHEN TUT GUT

Manchmal tut es wirklich gut, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich von den eigenen und den Erwartungen anderer zu distanzieren. Frag Dich mal, ob Du etwas wirklich willst. Ja, es kann gut tun, nicht jede Verabredung einzuhalten, nicht von einem privaten Termin zum nächsten zu hetzen und vor lauter Punkten auf der to do Liste nicht mehr zu wissen, wo oben und unten ist. Streich einfach mal einiges. Das tut wirklich gut. Einfach mal ein Wochenende zu Hause sein und nur einmal am Tag ein bisschen mit den Kindern in den Park oder in den Wald gehen (so ganz ohne Frischluft, wird es mit den Lütten oft doch ein bisschen stressig). Ansonsten einfach nur zu Hause sein, sich Zeit zum Vorlesen, Filmgucken, Basteln,  und Faulenzen nehmen und eine Pizza in den Ofen schieben. Vielleicht nörgeln die Kinder, wenn nicht ständig Action ist, aber dann brauchen sie einfach ein bisschen Zeit, um sich an das gemäßigte Tempo zu gewöhnen. Auch wenn es sich vielleicht im ersten Augenblick seltsam anfühlt, plötzlich nichts dringend erledigen zu müssen. Die ganze Familie kann aufatmen und Kraft tanken – es wird allen gut tun. Und Dir ganz besonders. Versuch es doch mal, aber ohne zu viel zu erwarten. Denn dann kann es richtig gut werden :-)

Was denkst Du zum Thema Erwartungen? Welche Erwartungen hast Du im Bezug auf Dich selbst und auf andere?

 

 

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Comments

  1. Christina Staude says

    Liebe Katja, ich lese gerade mit großer Freude deinen Blog und freue mich über deine Idee und Umsetzung. Tatsächlich beschäftig(t)en mich all die von dir angesprochenen Themen, gerade im letzten Jahr sehr.
    Erwartungen, (Selbst-)zweifel, Unachtsamkeiten seiner eigenen Bedürfnisse gegenüber nehmen einen im manchmal doch sehr chaotischen Familienalltag schnell ein und treiben einen zuweilen an Rand der Erschöpfung… auch mich!
    Und dann kommt der Frust und die Frage nach dem Warum!

    Ich habe für mich herausgefunden, dass ich nicht (in Allem :)) perfekt sein muss und dass mein Leben einfach mehr Spaß macht, wenn ich weniger streng mit mir selbst bin und öfters mal das Tempo aus dem Alltag nehme… und das gefällt meinen Kindern und meinem Freund genauso gut wie mir!

    Mein großes Ziel ist es, am Ende meiner Tage auf ein glückliches und erfülltes Leben zurückschauen zu können… und dass kann ich dann, wenn ich im Hier und Jetzt Achtsam mit mir und meinen Lieben bin. Für mich, meine tollen und wunderbaren Töchter und meinen lieben Partner.

    Und auch deshalb war dieses Weihnachten für mich ein tolles und entspanntes Fest:
    *ich habe ohne schlechtes Gewissen keine obligatorischen Rundmails/Briefe an Freunde und Verwandte verschickt
    *ich habe meine Familie nicht mit Weihnachtsfotoknipserei genervt, um mich am Ende darüber zu ärgern, dass mich mal wieder niemand fotografiert hat.
    *ich habe keine “lassunsnochmaltreffenimaltenjahr-verabredungen” gemacht.

    … und in den nächsten Ferien geht meine Tochter in die Ferienbetreuung und ich hab mal eine Woche Zeit und Gelegenheit tun und zu lassen, worauf ich Lust habe… und darauf freue ich mich ;.)

    Glückliche Grüße aus dem Wohnzimmer im ersten Stock***

    • katja says

      Liebe Christina,
      vielen Dank für Deine Antwort und die vielen inspirierenden Tipps. Es freut mich sehr, dass Du Deinen Weg gefunden hast und Du sehr klar weißt, was Du willst und was nicht. Und besonders schön – Du strahlst genau das auch aus.

      Ich teile übrigens Dein Ziel, am Ende meines Lebens auf ein erfülltes Leben voller Höhen und Tiefen (denn ich glaube, nur die Tiefen geben den Höhen einen Wert) zurücksehen zu können und sagen: “Es war gut, wie es war. Ich habe mein Leben gelebt und nicht das eines Anderen.”

      Liebe Grüße aus der 3. Etage :-)
      Katja

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