Eltern 2015: Mütter verlangen zu viel von sich.

Foto von Ryan Mc Guire

Foto von Ryan Mc Guire

Eine neue Studie im Auftrag des Magazins “Eltern” mit dem Titel “Eltern 2015 – wie geht es uns? Und unseren Kindern?” zeigt, dass Stress und Druck im Alltag der Eltern in Deutschland enorm sind. Gestiegene Anforderungen, Hektik und Eile und vor allem überhöhte Ansprüche an sich selbst prägen den Alltag der Eltern.
Befragt wurden in der repräsentativen forsa-Studie 1006 Eltern von Kindern bis 12 Jahre und in der repräsentativen icon kids & Youth Studie 727 Kinder im Alter von 6-12 Jahren.

HEKTIK, EILE UND ZEITDRUCK IST ALLTÄGLICH

So sagen 67 % der Mütter, dass Eile, Hektik und Zeitdruck zu ihrem Alltag gehören. Gründe dafür sind neben Geldmangel und gesellschaftlichen Normen aber auch übersteigerte Erwartungen an sich selbst. 50 % der Mütter gaben an, sich aufgrund ihrer überhöhten Ansprüche selbst unter Druck zu setzen. 74 % der Mütter sagten, sie seien häufig oder gelegentlich mit sich nicht zufrieden.

GLÜCKLICHE KINDER UND TOLLE ELTERN

Die Kinder sehen das viel entspannter und sind hochzufrieden mit ihren Eltern.  92 % der befragten Kinder sagten, dass ihre Eltern die besten der Welt sind und 84 % finden sich selbst in Ordnung wie sie sind.  Warum nur setzen sich gerade Mütter so unter Druck? Der Hang zum Perfektionismus überfordert und stresst anscheinend viele Mütter und sorgt für Stress. Vor einigen Wochen habe ich einen Artikel mit dem Titel: “Was Erwartungen bewirken” geschrieben, der sich diesem Thema widmet.

JOB ZÄHLT NICHT ZU DEN GROßEN STRESSOREN

Interessant ist, dass der Beruf für die meisten Eltern nicht zu den großen Stressoren zählt. So gaben 75% der erwerbstätigen Eltern an, zufrieden mit ihrer Arbeitszeitregelung zu sein.

MEHR ZEIT FÜR SICH ALLEIN UND DEN PARTNER

Wenn es darum geht, was Müttern seit sie Familie haben am meisten fehlt, sagten 20 % der Frauen: Zeit mit ihrem Partner. 18 % vermissten besonders die Zeit für sich ganz allein. Auf die Feen-Frage, welche drei Wünsche sie zu ihrer Entlastung äußern würden, nannten die Eltern neben mehr finanzieller Unterstützung durch den Staat auch mehr innere Ausgeglichenheit, Lockerheit und Gelassenheit.

MEIN FAZIT ZU DEN ERGEBNISSEN

Bemerkenswert an den Ergebnissen finde ich vor allem, dass der Job nicht zu den Hauptstressoren zählt, sondern hier die meisten Eltern sogar recht zufrieden sind. Ich denke, dass es vor allem die große Vielfalt der Aufgaben ist, die Eltern zu schaffen macht. Eigentlich soll doch in jedem Lebensbereich alles stimmen – die Beziehung zum Partner soll jederzeit frisch und verlässlich sein, es soll immer Zeit für die Kinder da sein, im Job soll alles toll laufen, jeder will stets gut frisiert, schick gestylt, lässig drauf sein und regelmäßig zum Sport gehen. Es muss immer Zeit sein für Freunde, Kita- und Schulfeste, Hausaufgabenhilfe und tiefsinnige Partnergespräche. Nebenbei ist noch Achtsamkeit angesagt, wir sollen freundlich sein, nicht über rote Ampeln gehen und stets ein Lächeln auf den Lippen haben. Solche Erwartungen erzeugen Druck und dieser Druck lässt uns durch unseren Alltag hetzen.

Ich bin fürs rigorose Streichen von Terminen, für faule Wochenenden zu Hause, für Kindernachmittage ohne Verabredungen oder Kurse. Bei uns gibt es mindestens zwei verabredungs- und kursfreie Nachmittage in der Woche. Damit Ruhe einkehren kann, wenigstens ab und an. Und ich bin dafür sich die eigenen Erwartungen mal kritisch anzuschauen und sich von der einen oder anderen getrost zu verabschieden. Das macht sicherlich zufriedener als einem Ideal hinterher zu hecheln, dass eh unerreichbar ist. Vielleicht klappt es dann auch immer besser mit der inneren Ausgeglichenheit, der Lockerheit und Gelassenheit.

Was meint Ihr zu den Ergebnissen der Studie? Erkennt Ihr Euch wieder?

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