KEINEN BOCK AUF SELBSTZWEIFEL?

SelbstzweifelVor einigen Tagen hatte ich wirklich zu kämpfen. Nicht mit den Wutanfällen meiner Kinder, nicht mit Stress bei der Arbeit, sondern mit echten Selbstzweifeln. Ich fragte mich Dinge wie: Was will ich eigentlich mit MAMAwillMEHR? Was ist, wenn meine Botschaft bei den Müttern nicht ankommt und die Erfolgsgeschichten sie nicht ermuntern, sondern ihnen zusätzlich Druck machen, selbst besonders erfolgreich sein zu müssen. Dann kam ein bisschen Kritik und ich zweifelte plötzlich alles an, anstatt ruhig und ganz bei mir zu bleiben. Das klingt nämlich immer schön, bei sich bleiben und weitermachen. Ist aber gar nicht so einfach, vor allem, wenn es sich um eine Herzensangelegenheit handelt. Da ist es eine recht Herausforderung, sich Kritik nicht allzu sehr zu Herzen zu nehmen.

EINFACH AUFHÖREN?

Ich bin ehrlich, ich war kurz davor alles hinzuschmeißen. Legte mir schon vernünftige Argumente zurecht, um mich selbst zu überzeugen. Ich fühlte mich überfordert und hatte Angst mich zu verzetteln. Eigentlich machte ich MAMAwillMEHR doch aus Spaß an der Freude und um anderen Müttern Mut zu machen, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen. Und jetzt sollte ich an meinen eigenen Ansprüchen scheitern? Warum nur machte ich mir so einen Druck? Warum nur schaute gefühlte 40 x am Tag bei Facebook nach neuen Likes, überlegte fieberhaft welche Gratis-Angebote meinen Newsletter noch attraktiver machen könnten und schielte immer auf andere Mütter, deren Webseiten technisch so perfekt wirkten und deren Themen, Texte und Angebote so professionell rüberkamen.

Warum ich Dir das alles erzähle? Weil ich glaube, dass es Dir vielleicht auch manchmal so geht. Dass Du, genauso wie ich, manchmal von Selbstzweifeln geplagt wirst, die durch zu hohe Erwartungen an Dich selbst entstehen. Hast Du auch manchmal das Gefühl, zu wenig zu schaffen, nicht mithalten zu können oder einfach Deinen eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden?

DU MUSST NICHT ALLES KÖNNEN UND ALLES SCHAFFEN

Ich habe mich hingesetzt und nachgedacht, habe mit meinem Mann und guten Freundinnen gesprochen. Schließlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht alles auf einmal schaffen kann und auch nicht schaffen muss. Das habe ich zwar bei MAMAwillMEHR oft genug geschrieben, aber selbst verinnerlicht, hatte ich es anscheinend noch nicht. Ich machte mir klar, dass meine Kinder noch klein sind, ich studiere und in Teilzeit arbeite. Dann noch nebenbei möglichst schnell einen erfolgreichen Blog aufzubauen, ist augenscheinlich einfach zu viel. Doch alles hinschmeißen – nee, dafür ist mir meine Botschaft doch zu wichtig. Und dafür macht es mir einfach auch zuviel Spaß.

Aber ich habe mir vorgenommen, es langsamer und lockerer anzugehen, damit ich die Freude und Leichtigkeit wiedergewinne, um mein Herzensprojekt MAMAwillMEHR Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Ich werde jetzt nicht mehr jeden Post in den Facebookgruppen lesen und mich verrückt machen, dass andere so viel weiter sind als ich. Denn ich kann mir Zeit lassen und in Ruhe überlegen, in welche Richtung ich mit MAMAwillMEHR gehen möchte. Diese Entscheidung hat mich schon viel ruhiger gemacht und auch dazu geführt, dass ich mich von einer Online-Gruppe abgemeldet habe. Hier gab es zwar tolle Tipps, Motivation und interessante andere Frauen, die ihr Projekt auf die Beine stellen, aber es hat mir zu diesem Zeitpunkt einfach nicht gut getan. Auch das habe ich gelernt, Dinge zu hinterfragen, die mir einfach nicht gut tun – jedenfalls im Moment noch nicht. Außerdem habe ich mir feste Zeiten geblockt, an denen ich an meinem Projekt arbeite, die restliche Zeit steht für meine Familie, mein Studium, meinen Job und für kleine Ruhephasen zur Verfügung. Wenn es Dir manchmal ähnlich geht, vielleicht sind dann die folgenden Tipps genau das richtige für Dich.

7 TIPPS, DIE HELFEN, DEINE SELBSTZWEIFEL ZU ÜBERWINDEN

  1. Fühl in Dich hinein und überlege, was wirklich das Problem ist –> Was tut Dir im Augenblick gut, was nicht?
  2. Lehn Dich zurück und schreibe Dir auf, was Du gerade alles für große Themen auf dem Zettel hast –> Ist es einfach zu viel?
  3. Überlege, ob Du einige Dinge, Ziele oder Deine Erwartungen ein wenig runterschrauben kannst –> weniger perfekt sein, entspannt!
  4. Plane feste Zeiten für Dein Hobby, Deine Ideen und einfach freie Zeit zur Erholung – mach nicht mehr Tempo, sondern alles Schritt für Schritt.
  5. Unterscheide genau zwischen Gefühlen und Fakten – oft stimmt es einfach nicht, wenn Du glaubst, zu wenig zu schaffen
  6. Vergleiche Dich nicht zu sehr mit anderen, schau auf Dich und geh Deine Schritte in dem Tempo, das zu Dir und Deiner derzeitigen Belastungssituation passt.
  7. Schreib Dir täglich auf, was Dir gelungen ist. Das macht Dir wirklich Mut!

Natürlich geht es nicht von jetzt auf gleich. Gerade, wenn es sich um eingefahrene Denk- und Gefühlsmuster handelt, wirst Du ein wenig Geduld brauchen. Aber es lohnt sich, denn nichts bremst mehr aus, als übermäßige Selbstzweifel. Eine Prise davon kann aber hier und da die Selbstreflexion anregen und zu positiven Veränderungen führen. Außerdem sind Menschen sympathischer, die sich selbst nicht ausschließlich als Überflieger wahrnehmen.

Und noch etwas habe ich wieder angefangen – ich schreibe jetzt wieder jeden Abend auf, was mir am Tag gut gelungen ist. Kleine Erfolsgschichten, täglich. Das fühlt sich schon nach ein paar Tagen viel besser an und meine Selbstzweifel werden weniger. Dafür habe ich mir eine kleine Vorlage gestaltet und sie auf meinen Nachttisch gelegt.

Was tust Du, wenn Du mal durchhängst und an allem zweifelst? Hast Du ein Geheimrezept? Ich würde mich freuen, wenn Du es hier mit uns teilen würdest.

DEIN 30-TAGE-JOURNAL

Mach Deine Erfolge sichtbar!

Comments

  1. says

    Liebe Katja, genau so ging es mir diese Woche!
    Ich nicke und nicke und nicke bei all deinen Punkten :-)
    Ich bin auch immer wieder überfordert und vergleiche mich mit anderen, was es dann alles nur noch schlimmer macht.
    Es tut einfach gut zu lesen, dass ich damit nicht alleine bin ;-)
    Ich habe auch Strategien für mich entwickelt, die sich teilweise mit deinen decken:
    1. ich jammere und schimpfe und lass alles raus (mein armer Mann, hihi)
    2. dann fang ich an zu sortieren: was ist alles zu tun, was kann verschoben oder delegiert werden?
    3. dann ziehe ich Bilanz, ob ich vielleicht, eventuell mal wieder vergessen habe, Zeiten für mich einzuplanen. Für meine Hobbies oder fürs Nichts-Tun. Leider ist das fast immer der Fall.
    4. Wie du auch, überlege ich mir jeden Tag, was ich alles gemacht habe und was mir alles gelungen ist. Ich überlege mir dann immer noch, wem oder was ich heute dankbar bin.
    Damit komm ich meistens wieder aus meinen Tiefs raus. Und wenn nicht, dann hilft eh nur viiiieeeel Schokolade :-)
    Ich wünschte, wir könnten uns öfters weniger stressen und darauf besinnen, was wir alles tolles leisten und uns ab und zu auf die Schulter klopfen.
    Aber vielleicht kommen wir ja da noch hin :-)
    Liebe Grüße,
    Katja

    • Katja says

      Liebe Katja, es tut wirklich gut zu lesen, dass ich mit diesen Gefühlen nicht allein bin. Vielen Dank für Deine Tipps – vor allem aufzuschreiben, wofür ich dankbar bin, finde ich toll. Hab einen schönen Tag. Lieben Gruß nach Wien

  2. Eva says

    Liebe Katja,
    vielen Dank für deinen wunderbaren Post. Auch für mich ist es beruhigend zu sehen, dass ich mit diesen Gefühlen nicht alleine bin. Und es ist ein Geschenk für mich, dass du deine Gefühle so ehrlich mit uns teilst. Die ärgerliche Kluft zwischen dem theoretischem Wissen, was gut ist und der gefühlsmäßigen Verinnerlichung dieses Wissens entsteht auch bei mir immer wieder. Und ich finde es inspirierend zu sehen, dass wir an diesen Problemen wachsen und lernen können, aus dem was wir wissen Schritt für Schritt einen Lebensstil zu entwickeln, der Spaß macht und uns gut tut.
    Liebe Grüße und mach weiter so!

    • Katja says

      Liebe Eva, vielen Dank für Deine ermutigenden Worte. Ja, es ist DIE Herausforderung das theoretisch vorhandene Wissen auch tatsächlich in den Alltag zu übernehmen. Der erste Schritt nach einem kleinen Jammertal ist für mich immer, zu erkennen, dass ich diejenige bin, die handeln und eine Veränderung herbeiführen kann. Dann bin ich raus aus der Opferrolle und wieder handlungsfähig. Und Du hast vollkommen recht: Es geht darum, einen Lebensstil zu finden, der uns erfüllt und uns gut tut.
      Lieben Gruß
      Katja

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