JENNIFERS ERFOLGSGESCHICHTE

JenniferJENNIFER, 26 JAHRE, STUDENTIN UND JUNGS-MAMA

Eigentlich war ich immer das schwarze Schaf der Familie. Mit 14 Jahren lebte ich im Mädchenhaus, mit 17 bezog ich meine erste eigene Wohnung und wurde von meinem damaligen Freund schwanger. Nur zwei Wochen nach dem Abiball kam mein Sohn Luca zur Welt. Ich war sehr glücklich, meinen Kleinen im Arm zu halten. Es fühlte sich gut an: meine kleine Familie und das Abi trotz Schwangerschaft in der Tasche. Jetzt konnte es doch losgehen, das gute Leben. Unser Glück hielt jedoch nicht lange – schon ein paar Monate später war ich allein mit Luca. Ganz allein. So hatte ich mir Familie nicht vorgestellt.

Ein Jahr später landete ich mit Luca im Frauenhaus. Hier fühlten wir uns alles andere als gut aufgehoben, und nach einigen schweren Monaten zogen wir in ein anderes Heim. In unserem neuen Wohnort fand ich keine Lehrstelle, und ich machte mir große Sorgen um Luca. Nach seinem zweiten Geburtstag war er stark verhaltensauffällig. Ein wahrer Ärztemarathon begann, und erst nach vier langen Jahren erhielten wir die Diagnose Autismus.

Mein Vater interessierte sich da schon lange nicht mehr für mich, und der Kontakt zu meiner Mutter war auch abgebrochen. Dabei hätte ich sie doch gerade jetzt so sehr gebraucht. So gerne hätte ich eine Mutter, an die ich mich anlehnen kann, wenn mal wieder alles drunter und drüber geht. Eine Mutter, die sagt: Ich liebe dich und dein besonderes Kind und bin stolz auf dich!

Jedenfalls war ich verzweifelt und kurz davor, meine Hoffnung aufzugeben. Alleinerziehend und ohne Aussicht auf eine Lehrstelle. Was sollte ich in dieser Situation bloß tun? Doch anstatt aufzugeben entschied ich mich dafür zu kämpfen. Für Luca, für mich und für meinen Traum von einer ganz normalen Familie mit einer guten Zukunft.

Heute kann ich sagen, es hat sich gelohnt, und wir sind auf einem guten Weg. Luca geht in den Kindergarten, wir bekommen Unterstützung vom Familienentlastenden Dienst, und ich habe vor einem halben Jahr mein Studium der Sozial- und Organisationspädagogik begonnen.

Wir sind auch nicht mehr allein. Mein jetziger Freund unterstützt und motiviert mich, wenn ich unsicher bin. Durch ihn mache ich mir endlich bewusst, was ich erreicht habe. Wir wohnen zwar noch nicht zusammen und mein Leben ist immer noch sehr anstrengend, aber ich bin stolz auf das, was ich geschafft habe. Die ersten Klausuren habe ich nämlich schon erfolgreich bestanden. Mittlerweile schaue ich zuversichtlicher in die Zukunft, denn ich komme meinem Traum von einer besseren Zukunft für mich und meinen Sohn immer näher.


 

Jennifer schreibt einen Blog über ihr Leben mit Studium & Kind – schau doch mal rein: cestralia.blog.de

DEIN 30-TAGE-JOURNAL

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Comments

  1. Jutta Albrecht says

    Liebe Jennifer,

    ich habe sie soeben gelesen, Deine “Erfolgsgeschichte”. In einigen Teilen war sie mir ja schon bekannt, aus Gesprächen mit Dir. Sozusagen als Nachbarin, hier oben auf Mariahof. Es war Deiner Spontaneität und sehr freundlichen Art geschuldet, dass wir uns näher kennengelernt haben: Du kamst, nachdem wir uns beim Kommunalwahlkampf im Wahlbüro von Mariahof kennengelernt und dann über facebook ausgetauscht hatten, im Oktober 2014 nach klurzer Ansage per facebook ganz spontan mit selbst gebackenen Plätzchen zu mir rüber.
    Sie hat mich beeindruckt, Deine Lebensgeschichte. Denn Du hast Dir das, was Du zurzeit vorweisen kannst, selbst sehr hart erarbeitet.Respekt! Ich sage Dir als Mutter von drei Kindern das, was Deine Mutter Dir leider wohl nie sagen wird: “Du bist eine SEHR gute Mutter, Jennifer, und Dein Sohn wird stolz darauf sein, eine solche Mama haben zu dürfen!” Jutta

    • Katja says

      Liebe Jutta, vielen Dank für Deine wertschätzende Nachricht an Jennifer. Ich leite sie gern an sie weiter. Liebe Grüße, Katja

    • says

      Liebe Jutta,

      gestern schrieb ich dir bereits kurz via Facebook, aber ich möchte es auch hier nochmal schreiben.

      Danke dir für deine lieben Worte. Sie haben mich gestern noch sehr bewegt, nachdem ich durch Katja darauf Aufmerksam geworden bin. Sonst hätte ich sie erst heute gelesen.

      Und ja so Worte bedeuten mir viel. Vor allem wenn ich weiß, dass sie ehrlich und wirklich so gemeint sind wie sie geschrieben wurden, weil ich die Person ja selber kenne.

      Dankebare Grüße

      Jenny

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